Von Katas und Dojos in der Softwareentwicklung

Den Spruch „Übung macht den Meister“ kennt wohl jeder. Praktische Anwendung findet der Spruch zum Beispiel bei Musikern und Sportlern. Diese Spezies Menschen üben bzw. trainieren mehrmals die gleichen Aufgaben. Immer und immer wieder, bis das Geübte in Fleisch und Blut übergeht. Nur so sind sie in der Lage, Höchstleistungen zu vollbringen.

Wie sieht das nun bei Softwareentwicklern aus? In der Ausbildung werden theoretische Grundlagen gepaart mit ein paar Übungen vermittelt. Doch was ist nach der Ausbildung? Softwareentwickler werden in ein Projekt gesteckt und sollen dort ihre Arbeit verrichten. Die Übung findet also im produktiven Projekt statt. Und beim Üben werden Fehler gemacht.

Abhilfe schaffen da so genannte Katas. Der Begriff Kata stammt aus der japanischen Kampfsportkunst und bezeichnet dort das Training einer meist gleichen Situation. Durch das ständige Wiederholen einer Kata werden Grundprinzipien der Kampfkunst verinnerlicht und stehen dem Kämpfer später ohne große Mühe zur Verfügung. Nämlich dann, wenn es drauf ankommt.

Genau das gleiche Prinzip wurde in die Softwareentwicklung übertragen. Im Netz finden sich etliche Katas mit unterschiedlich schwierigen Aufgabenstellungen. Das Lösen dieser Katas kann nun einem Programmierer im Umgang mit einer neuen Sprache, einem neuen Tool oder neuen Techniken wie Test Driven Development helfen. Das so gelernte und gefestigte Wissen kann dann im produktiven Einsatz ohne große Mühe abgerufen werden. Nämlich dann, wenn es drauf ankommt.

Und was sind nun Dojos? Ein Dojo bezeichnet in der japanischen Kampfkunst einen Übungsraum. In dem werden die o.g. Katas trainiert. Das kann einzeln geschehen, wird jedoch meist in der Gruppe praktiziert. Deshalb wird manchmal auch die Gruppe selbst als Dojo bezeichnet. Auf die Softwareentwicklung übertragen heißt das nichts anderes, als dass es Treffen gibt, bei denen sich Softwareentwickler in einer Gruppe eines Katas annehmen, dies Lösen und die Lösung im Idealfall noch diskutieren. Also Üben in der Gruppe. Wie man ein Dojo organisiert, welche Anforderungen erfüllt werden sollten und einige weitere Katas finden sich auf CodingDojo.com.

Ich finde diese Art der Übung sehr spannend. Das ist auch genau das, was ich bisher immer schmerzlich vermisst habe. Kleine Übungsaufgaben, mit denen man neue Sprachen erlernen, neue Tools ausprobieren oder sein Gelerntes Wissen verfestigen kann.

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