Programmieren wir bald nur noch in Blasen?

Seit der grafischen Revolution auf den Computern Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist das Fenster die Präsentationseinheit, wenn es darum geht Dateien darzustellen. So auch in Entwicklungsumgebungen. Moderne und auch nicht ganz so moderne Entwicklungsumgebungen können mehrere Dateien gleichzeitig darstellen. Diese werden dann in eigenen Fenstern oder Tabs präsentiert. Das hat sich eingeschliffen und scheint fest zu sein. Mit allen Vor- und Nachteilen. Das es auch anders gehen kann, zeigen uns die Forscher vom Department of Computer Science der US-amerikanischen Brown University in Providence. Sie setzen beim Entwickeln auf Code Bubbles und wollen so das Handling von Dateien in IDEs revolutionieren und vereinfachen.

Das neue Konzept sieht vor, alles in miteinander verbundenen Blasen auf dem Bildschirm darzustellen. Dabei öffnet der Programmierer einen Quellcodeteil in einer Blase. Ausgehend von dieser können weiter Blasen geöffnet werden. Dort können z.B. die Implementierungen von Methoden der ersten Blase gezeigt werden. Damit besteht zwischen den zwei Blasen eine Beziehung, die auch visualisiert wird.

Wobei wir beim Thema währen. Bilder sagen schließlich mehr als tausend Worte. Das Entwicklerteam hinter der Idee hat ein Video online gestellt, in dem die Funktionsweise von Code Bubbles sehr schön gezeigt wird.

Wem nun das Wasser im Munde zusammenläuft und das neue Paradigma selber ausprobieren möchte, kann dies mit einer Beta von Code Bubbles für Eclipse tun. Laut Entwickler sollen die Code Bubbles mit jedem Eclipse-Projekt zusammenarbeiten. Weiterführende Informationen findet ihr auf den Projektseiten der Code Bubbles.

Ich finde diesen Ansatz durchaus interessant. Wie oft kämpf ich mich durch eine Vielzahl an Quellcodedateien, die auf diversen Tabs übereinander dargestellt werden. Da geht der Überblick
beim Browsen im Code oftmals schnell verloren. Weiterhin lenken Codefragemente, die nicht zur Problemlösung beitragen, aber durchaus Aufmerksamkeit bedürfen, oftmals vom eigentlichen Ziel der Arbeit ab. Mit Hilfe der Code Bubbles würden nur die Codeteile auf dem Bildschirm erscheinen, die auch aktuell relevant sind. Noch dazu mit einem visualisierten Pfad der Reise durch die Quellen und alles nebeneinander. Vorausgesetzt der Monitor ist groß genug 🙂

Leider habe ich kein Eclipse installiert und somit auch kein Projekt zur Hand, um die Betaversion der Code Bubbles ausprobieren zu können. Wie sieht das bei euch aus? Hat einer von Euch bereits Erfahrung sammeln können? Mich würde die Bedienbarkeit interessieren. Kann man sich an diese Art der Codebearbeitung schnell gewöhnen? Oder ist das absoluter Nonsens, der nur im Video primaprächtig aussieht?

Programmieren wir bald nur noch in Blasen?
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Ein Gedanke zu „Programmieren wir bald nur noch in Blasen?

  • 11. März, 2010 um 21:24
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    Als ich das bei Heise gelesen hatte, wusste ich sofort das Dir das gefallen würde 😉
    Leider hab ich zur Zeit auch kein Eclipse auf meinem Rechner. Aber irgendwo in einem Verzeichnis von irgendeinem älteren Projekt ist sicherlich noch eins…müsst ich nur mal suchen.

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