Ein virtualisiertes Windows 7 für die tägliche Arbeit optimieren

Als ich vor ein paar Wochen meinen Arbeitsrechner neu installiert bekam, nutzte ich die Chance und stieg auf das Arbeiten in Virtuellen Maschinen um. Die Virtualisierung von Betriebssystemen setze ich bereits seit einigen Jahren recht erfolgreich ein. Angefangen mit VMWare Server über VMWare Workstation bis hin zu VirtualBox. Privat setze ich letzteres auf einem Linux-Host ein und bin sehr zufrieden damit.

Die Gründe für eine virtualisierte Arbeitsumgebung sind vielfältig. Der für mich wichtigste Grund sind die Snapshots, die mir VMWare Workstation anbietet. Diese erlauben mir, meine Arbeitsumgebung in wohl definierten Zuständen zu sichern und jederzeit zu einen dieser Zustände zurückzukehren. Und das alles auf Knopfdruck und ohne langwierige Installationsorgien. Die sind nur noch einmal von Nöten.

Aber wie sieht die tägliche Arbeit in einem virtualisierten Windows aus? Nun; wenn die VM im Vollbildmodus läuft, ist kein Unterschied erkennbar. Und von der Performance sind auch keine spürbaren Einbußen vorhanden. Spürbar deswegen, weil ich keine Benchmarks oder ähnliches auf einem nativen und einem virtuellen System laufen gelassen habe.

Aber vor dem zügigen Arbeiten stehen ein paar Optimierungen in einem virtualisierten Windows 7 an. Als aller Erstes habe ich den Energiesparplan angepasst. Und zwar so, dass das Gastsystem in der VM niemals herunterfährt oder den Bildschirm ausschaltet. Denn es hemmt ungemein, wenn man nach einem Meeting die virtuelle Maschine erstmal aus dem Tiefschlaf wecken muss, um weiterarbeiten zu können 🙂

Energiesparplaneinstellungen

Als nächstes habe ich den Windows Defender deaktiviert. Das sollte man natürlich nur tun, wenn man sich der Risiken bewusst ist. Der Vorteil hier liegt auf der Hand. Der Defender überwacht Dateizugriffe. Und das kostet Zeit. Gerade bei langen Compilerläufen kann das bereits ein spürbarer Engpass sein. Deswegen deaktivieren. Dazu ruft man über das Startmenü den Windows Defender auf, geht auf Extras wählt danach Optionen aus und springt auf den Reiter Administrator. Dort versteckt sich eine unscheinbare Checkbox, über die der Windows Defender deaktiviert werden kann.

Defender deaktivieren

Last but not least braucht die virtuelle Maschine natürlich genügend Hauptspeicher. Je mehr, desto besser. Aber man sollte abwägen, ob die VM ein Einzelkind ist oder vielleicht doch neben dieser ab und an mal eine zweite oder gar dritte laufen soll. Abhängig davon darf der Speicher der virtuellen Maschine nicht annähernd so groß sein wie der des Hosts. Für meine Arbeits-VM mit installiertem Delphi samt 2 SQL Server Instanzen habe ich schlappe 1,5MB Hauptspeicher reserviert. Das hat bisher gereicht und es bleibt bei insgesamt 4GB physischem Speicher genügend für das Hostsystem und einem eventuellen zweiten Gastsystem. Hier hilft sicher das VMWare Page Sharing. Das sorgt dafür, dass mehrere laufende VMs sich Speicherbereiche mit identischem Inhalt für Lesezugriffe teilen. Erst wenn eine Maschine in den Speicherbereich schreibt, wird er kopiert. Sollten also mehrere VMs mit dem gleichen Betriebsystem laufen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einige Teile des Systems nur einmal im physischen Speicher gehalten werden. Eine geniale Sache, wie ich finde.

Weitere Optimierungen betreffen dann noch das allseitsbeliebte Aero – Geschmackssache; wer es schön findet, lässt es an, wer drauf verzichten kann, schaltet es aus und spart somit nochmal etwas Performance. Und die Indizierungsoptionen – Gewohnheitssache; wer über das Windows-Menü kontentabhängig Dateien sucht, sollte die Indizierung aktiv lassen. Aber hier besteht sicher auch noch Einsparungspotential. Denn das Indizieren, auch wenn es im Hintergrund läuft, frisst Rechenpower.

Mit der heutigen Technik ist es ohne Probleme möglich mehr als ein Betriebssystem auf einem Rechner laufen zu lassen. Und das ganze Parallel. Also warum sollte man, gerade als Entwickler, darauf verzichten?

Wenn euch noch weitere Optimierungen einfallen, dann nur zu und rein damit in die Kommentare. Ich freu mich drüber 🙂

Ein virtualisiertes Windows 7 für die tägliche Arbeit optimieren
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