Spartakiade 2013 – Meine Retrospektive

Am letzten Samstag war es endlich so weit. Die Spartakiade 2013 hat zum Mitmachen aufgerufen und geschätzte 50 ambitionierte Entwickler sind dem Ruf gefolgt, um im eisigen Berlin einen Tag lang in gemütlicher und kollegialer Atmosphäre in die Tiefen von NoSQL, DDD, Lean Architektur, SQL Server 2012, Rx / RxJS, Big Data und weiteren Themen einzutauchen.

Nach einer zu kurzen Nacht ging gegen 7 Uhr der Zug gen Berlin. Kurz nach 9 stand ich dann auf dem Ostbahnhof. Ein strammer Fußmarsch von knapp 2 Kilometern durch das eisige Kreuzberg hat mich perfekt auf die Mitmachkonferenz eingestimmt. Angekommen in den warmen Räumlichkeiten war der Empfang wie unter alten Bekannten. Freundliche Menschen, selbstgeschriebene Namensschilder, alle per Du und ein Buffet mit Fingerfood  stand für eine erste Stärkung bereit. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Keine künstliche Distanz zwischen Teilnehmern und Veranstaltern. Eine perfekte Voraussetzung, um sich ganz auf den Inhalt der Spartakiade zu konzentrieren.

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Zum Start stellte jeder “Spartiat” seinen Track vor, aus denen im Anschluss jeder Teilnehmer seine Favoriten wählen konnte. Schade fand ich, dass der Architekturworkshop vom Sergey erst für den Nachmittag geplant war. Das gab mir aber die Gelegenheit mich von Johannes für NoSQL begeistern zu lassen.

Und das hat er auch geschafft. Mit fundiertem Wissen, unterhaltsam vorgetragen hat mich das Thema innerhalb kürzester Zeit gefesselt. Nach einer Umfangreichen Einführung in Redis, RavenDB und MongoDB ging es dank eines Hands-On-Paketes auf dem eigenen Laptop ans Eingemachte. Erste Gehversuche mit Redis und MongoDB.

Leider war damit der Vormittag auch schon vorbei und obwohl mich das Thema gefesselt hat, entschied ich mich auf den NoSQL-Nachmittag zu verzichten und wechselte mit einigen anderen zum Architektur-Workshop.

Sergey stimmte uns mit den Fragen, was denn Architektur sei und wozu sie eigentlich dient, auf die kommenden Katas ein. In kleinen 3 bis 4 Mann-Teams aufgeteilt standen wir dann auch schon vor der ersten Aufgabe. Where’s Fluffy galt es innerhalb von 30 Minuten so zu lösen, dass wir Sergey als unseren Product Owner und Kunden die Architektur der Anwendung erklären und auch ungefähre Betriebskosten abschätzen konnten.

An dieser Stelle stand unser Team vor einem riesen Problem. Wie loslegen? Wie als Team finden? Keiner hatte je mit den anderen zusammengearbeitet. So hat es auch viel Zeit in Anspruch genommen, uns auf einen gemeinsamen Nenner und auf eine gemeinsame Sprache einzustellen. Zeit, die uns für das Lösen der eigentlichen Aufgabe gefehlt hat. Und dementsprechend sah auch das Ergebnis aus.

Im der anschließenden Vorstellungsphase konnten wir dem PO und den anderen Teams unsere Lösung nicht wirklich kommunizieren. Artefakte und Datenfluss waren nicht klar erkennbar, Kosten konnten nicht belegt werden. Immerhin haben wir zeigen können, dass wir zumindest das Problem verstanden hatten.

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Auf zum zweiten Versuch. Die Teams wurden neu gemischt und wir standen plötzlich zu zweit vor der neuen Aufgabe. Diesmal keine fiktive, sondern einen reale. Die Softwerkskammer plant ihre Community-Seite komplett neu zu erstellen. Sie soll aus lokalen Gruppen, Mailinglisten, Events, Benutzern und deren Profile bestehen. Und das ganze soll auch noch zusammenarbeiten.

Ich könnte jetzt versuchen Ausreden wie “zu müde”, “zu spät”, “Akku alle” oder ähnliche zu finden, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass wir beide einem Black-Out sehr nahe waren. Also haben wir, dank meines Mitstreiters, wenigstens versucht uns mittels Domain Driven Design einen Überblick über die Problemdomäne zu verschaffen. Das hat am Ende aus meiner Sicht auf recht gut funktioniert. Leider hat auch hier wieder die Zeit nicht ausgereicht, daraus einen Architekturentwurf zu erstellen.

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Meine Leistungen in den beiden Katas haben mich nicht wirklich zufriedengestellt. Anderen ging es anscheinend auch so. Darauf angesprochen hat uns Sergey zum Ende hin versucht zu zeigen, wie er die Architektur erstellt hätte. Und da offenbarten sich auch die aus meiner Sicht gravierendsten Fehler, die wir begangen haben. Allen voran sind wir nicht iterativ an die Lösung der Aufgabe herangetreten. in beiden Katas und in beiden Teams haben wir immer versucht, das gesamte Problem mit einem mal, als riesen Klotz, als Monolith zu sehen und zu lösen. Und genau das scheint aus meiner Sicht das größte Problem gewesen zu sein. Das hat uns blockiert, das hat den Blick für das Wesentliche versperrt. Zuviel auf einmal wollen ist selten eine gute Idee. Nicht nur in der Softwarearchitektur.

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Abschließend kann ich sagen der Tag bei der Spartakiade hat sich für mich persönlich voll und ganz gelohnt. Ich fühl mich beim Thema NoSQL nicht mehr ganz so unbedarft und ich kenne meine Schwächen in Sachen Softwarearchitektur jetzt besser und vor allem habe ich Ideen mitgenommen, wie ich diese Schwächen beseitigen kann.

Für mich steht fest, dass ich nächstes Jahr wieder in Berlin dabei bin, wenn das Thema passt und es sich zeitlich einrichten lässt. Der 22. März 2014 ist vorgemerkt.

An dieser Stelle nochmals Danke an alle Organisatoren, “Spartiaten” und Teilnehmer der Spartakiade 2013 – Die Mitmachkonferenz.

Spartakiade 2013 – Meine Retrospektive
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3 Gedanken zu „Spartakiade 2013 – Meine Retrospektive

  • 28. März, 2013 um 8:22
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    Hallo Andreas,

    vielen Dank für das Lob und natürlich auch die zwischen den Zeilen stehende Kritik. Im nächsten Jahr machen wir es viel besser, iterative Qualitätsverbesserung eben ;).

    Andererseits freut es mich zu lesen, dass durch den Zwangswechsel zum Johannes, für dich ein neues Terrain eröffnet werden konnte. Daher wedre ich das für die Planung in die nächste Veranstaltung mit aufnehmen.

    Mit sportlichem Gruß „Sport frei“
    janekf

  • 28. März, 2013 um 16:35
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    Au ja. Iterative Verbesserung ist immer gut und ich werde das prüfen, nächstes Jahr 🙂

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