Developer Open Space 2014

Letzte Woche um diese Zeit war ich in Leipzig, um zum zweiten mal am Developer Open Space teilzunehmen. Die Veranstaltung gibt es jetzt bereits seit 7 Jahren und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dieses Jahr fanden sich am Wochenende vom 17. bis 19. Oktober gut 200 Interessierte aus D-A-CH zusammen, um sich dem gemeinsamen Wissensaustausch in angenehmer Atmosphäre zu widmen.

Der Freitag gehörte, wie auch schon im letzten Jahr, den ganz- und halbtägigen Workshops. Ich habe dieses Jahr den Jan “Janek” Fellien zum Thema Event Sourcing besucht. Eine gute Wahl, wie sich am Freitag herausstellen sollte. Von Event Sourcing habe ich im Vorfeld schon einiges gelesen und wollte es immer ausprobieren, um es evtl. in eigenen Projekten einzusetzen. Doch beim Wollen ist es bisher leider geblieben, so dass ich die Chance ergriff und einen ganzen Tag lang Event Sourcing ausprobieren konnte. Jan hat uns Anfangs mit ein wenig Theorie “gequält” und uns somit einen guten Einstieg in das Thema gegeben. Im Anschluss ging es ans Eingemachte. Wir durften selber ran und unsere Entwicklungsumgebungen sowie später den Event Store in der Azure Cloud quälen. Inhaltlich und vom Unterhaltungswert war der Workshop für mich ein voller Erfolg. Einzig die teilweise hektische Abtipperei des Quellcodes haben etwas Unruhe in den sonst guten Ablauf gebracht. An dieser Stelle nochmal einen Dank an Gregor, der emsig Jans vorgefertigte Code-Teile runterhakte und uns per Git bereitstellte.

Der Samstag und der Sonntag gehörten dann wieder den Sessions, welche gemeinsam jeweils am Morgen in versammelter Mannschaft aufgestellt wurden. Und wieder ein Dilemma. Wann ist das Clonen von sich selbst endlich gesellschaftstauglich? Es gab viele sehr interessante Sessions, die leider parallel liefen. Also hieß es stellenweise “Session Hopping”. Los ging es mit “Docker” und Jacob. Nachdem ich mir dort einen Überblick verschafft hatte, wechselte ich zu “War Frodo in einem agilen Team?”. Als ich den Raum betrat und Udo in gewohnt mitreißender Manier vorn agieren sah, wusste ich, ich hätte gleich zu dieser Session gehen sollen. Denn hier wurde die “Herr der Ringe” Saga mit agilen Projekten verglichen und versucht Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Lehren zu adressieren.

Die nächste Session versprach Spannung “NoSql sucks vs. NoSql for devs”. Thomas mit eher schlechten Erfahrungen und Ollie als NoSql Fan hosteten die Diskussionsrunde um den alternativen Ansatz der Datenspeicherung. Auch hier entstand eine sehr lebhafte Diskussion um den Einsatz des richtigen Tools. Quintessenz: It depends.

Anschließend ging es in die “Kinect”-Session von Karen, Sebastian und Markus. Ein schöner Überblick über Technik und Features der Kinect 2.0 samt praktischem Use Case in der Medizin. Schön zu sehen, dass ein Spielzeug auch Menschen in misslichen Lagen helfen kann.

Weiter ging es zur Diskussion um “Acceptance Criteria Tests” mit Adrian. Der vorletzte Slot am Samstag hatte wieder zwei für mich interessante Sessions. eine “AngularJS-Einführung” von Gregor und eine von Thomas angeregte Diskussion um die “Zukunft des Microsoft Stacks”. Also wieder Session Hopping und nach ein paar Minuten AngularJS schnell zum MS-Talk. Interessant beim letzten fand ich die überwiegend positive Stimmung der Entwickler im Microsoft-Umfeld. Es scheint, als ob der neue MS-Kurs pro Open Source & Co, seine Wirkung zeigt. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht.

Last but not least stellten Alex und Steffen im letzten Slot des Tages “Paket” vor. Eine Lösung, die allen NuGet-Geplagten ihre Leiden erträglicher machen sollen. Paket ist als Portierung des Ruby-Tools Bundler aus gestartet und schickt sich an, einige Unannehmlichkeiten im Umgang mit NuGet aus der Welt zu schaffen. Als alter Ruby-Entwickler und Bundler-Nutzer, habe ich mich mit Paket sofort angefreundet.

Nach einem gemütlichen Biersammensein im Pub ging es am Sonntag mit der Sessionplanung und den nächsten interessanten Themen weiter. Sven zeigte seinen Einsatz von “OpenHAB (Home Automation Broker) & MQTT”. Danach gab es tiefe Einblick in Probleme und Lösungen beim “Windows Universal Apps – deep dive” mit Alex und Chris. Nach dem Mittag schaute ich mir noch eine Session zu “Micro Services” an, bei der Chris zeigte, wie die 6Wunderkinder mit ihrer Wunderlist auf den Einsatz von Micro Services bauene.

Die drei Tage “Klassentreffen”, wie der Open Space liebevoll von einigen Teilnehmern genannt wird, war für mich wieder ein voller Erfolg. Ich habe mit alten und neuen Bekannten viel Wissen ausgetauscht und freue mich auf ein Wiedersehen. Sei es im März in Berlin zur Spartakiade oder im nächsten Oktober wieder in Leipzig zum nächsten Developer Open Space.

Bleibt mir nur noch mich bei den Organisatoren, Sponsoren und den zahlreichen Teilnehmern für ein gelungenes Wochenende zu bedanken.

Developer Open Space 2014
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