Microsofts neuer Weg mit .NET Core & Co

Gestern war es so weit. Microsoft hat nach fast 2jähriger Entwicklungszeit das neue .NET Core 1.0 Framework in der RTM Version freigegeben. Warum blogge ich darüber? Nun, weil ich finde, dass Microsoft in der Post-Ballmer-Ära eine 180 Grad Wendung hingelegt hat und diese sich nun u.a. im .NET Core 1.0 widerspiegelt.

Wer mich kennt weiß, dass ich seit Jahren großer Anhänger von Open Source Software bin. Jahrelang lief auf meinem privaten Rechnern Linux in den verschiedensten Derivaten. Sogar ein Gentoo-Linux, welches man komplett aus den Quellen selber baut, hat sich mal auf meine Platte verirrt. Beruflich werkle ich schon immer mit Microsofts Windows herum, sodass ich bestens beide Welten miteinander vergleichen kann. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Um den direkten Vergleich soll es hier jetzt aber gar nicht gehen.

Ein Vorteil der Open Source Welt ist, dass man unmittelbar, das nötige Wissen vorausgesetzt, an der Entwicklung der Software teil haben kann, sich einbringen kann oder eben nur hier und da mal tiefer ins System schauen kann. Nun muss nicht jede Software zwangsweise als Open Source vorliegen. Darüber lässt sich sicher streiten. Was ich aber aus Sicht eines Entwicklers sehr schätze ist, dass die Tools sowie das Framework mit dem ich arbeite als Open Source vorliegen. Und genau das hat Microsoft mit der Freigabe von .NET Core 1.0 RTM ermöglicht.

Mit .NET Core hat Microsoft das .NET Framework neu erfunden. Zum einen komplett Open Source entwickelt und zum anderen nicht nur auf Windows Plattformen, sondern auch nativ auf Mac OS X und Linux lauffähig. Klar gab es seit etlichen Jahren Mono als freie .NET Implementierung und Plattform übergreifend. Aber es war lange Zeit eben nur ein Nachbau des offiziellen .NET Frameworks – wertfrei.

Natürlich bietet .NET Core 1.0 bei weitem nicht den Funktionsumfang vom großen .NET 4.6.x. Das ist auch gar nicht das Ziel gewesen. Vielmehr passt die Entwicklung zur Neuausrichtung von Microsoft als Service- und Cloud-Anbieter. Und genau dafür ist imho das schlanke .NET gedacht, als leichtgewichtiges Framework für Web- und Mobile. Eine Umgebung für alle Plattformen.

Dazu passt auch die Veröffentlichung von ASP.NET Core 1.0 sowie dem Entity Framework Core 1.0. Beide ebenfalls komplett neu und als Open Source sowie Plattform übergreifend implementiert.

Microsoft hat es aus meiner Sicht, seit dem Amtsantritt von Satya Nadella geschafft, den angestaubten Charme eines unbeweglichen Software-Riesen abzuschütteln und Stück für Stück wieder ein “cooles” Unternehmen zu werden. Klar hakt es hier und da immer wieder. Aber gerade für Softwareentwickler bietet Microsoft nun mit den Core-Teilen und dem Visual Studio Code alles, was ein Entwicklerherz benötigt. Das ganze Open Source, damit frei verfügbar und auf den drei wichtigsten Plattformen Windows, Mac OSX und Linux lauffähig.

Eine schöne neue Welt, die in den kommenden Monaten und Jahren sicherlich sehr, sehr spannend werden wird. Ich freu mich drauf.

Microsofts neuer Weg mit .NET Core & Co
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